Die Sekundärfarben sind Orange, Grün und Lila. Jede entsteht, wenn man zwei der Grundfarben (Rot, Gelb und Blau) in etwa gleichen Mengen mischt. Sie heißen sekundär, weil sie an zweiter Stelle kommen: Zuerst gibt es die Grundfarben, dann mischt man die Sekundärfarben daraus.
Im Folgenden erfährst du, wie du jede einzelne mischst, wo sie auf dem Farbkreis liegen und wie du sie beim Ausmalen einsetzt.
Eine praktische Merkhilfe: Jede Sekundärfarbe liegt im Farbkreis genau zwischen ihren beiden Eltern. Orange liegt zwischen Rot und Gelb. Grün liegt zwischen Gelb und Blau. Lila liegt zwischen Blau und Rot.
Die Mengen unten sind ein Ausgangspunkt. Farben unterscheiden sich von Marke zu Marke stark, du wirst also nachjustieren müssen.
Mische gleiche Teile Rot und Gelb. Wenn es zu rot wirkt, gib mehr Gelb dazu. Wenn es zu gelb wirkt, etwas mehr Rot. Orange braucht viel Gelb, um kräftig zu wirken, weil Rot in den meisten Farben die stärkere Farbe ist.
Mische gleiche Teile Gelb und Blau. Da Blau meist die stärkere der beiden Farben ist, beginne mit mehr Gelb, als du denkst, und gib das Blau langsam dazu. Mehr Gelb ergibt ein frisches Frühlingsgrün oder Limettengrün. Mehr Blau ergibt ein tiefes Waldgrün.
Mische gleiche Teile Rot und Blau. Das ist die Mischung, die am häufigsten schiefgeht. Wenn dein Rot ins Orange neigt (also etwas Gelb enthält) oder dein Blau ins Grün, wird das Lila matt oder bräunlich. Ein pinkstichiges Rot und ein leicht lila getöntes Blau ergeben das sauberste Ergebnis. Wenn dein Lila schlammig aussieht, liegt es meistens daran, und nicht an deiner Mischtechnik.
Auf dem klassischen Farbkreis mit zwölf Farben sind die Grundfarben gleichmäßig um den Kreis verteilt, und eine Sekundärfarbe liegt genau in der Mitte zwischen zwei Grundfarben:
- Rot, Orange, Gelb
- Gelb, Grün, Blau
- Blau, Lila, Rot
Außerdem liegt jede Sekundärfarbe direkt gegenüber einer Grundfarbe:
| Sekundärfarbe | Gegenüberliegende Grundfarbe |
|---|
| Orange | Blau |
| Grün | Rot |
| Lila | Gelb |
Farben, die einander gegenüberliegen, nennt man Komplementärfarben. Nebeneinander lassen sie einander leuchtender wirken. Gemischt werden sie in Richtung Braun oder Grau abgedämpft, weshalb eine Sekundärfarbe plus ihre gegenüberliegende Grundfarbe ein gutes Rezept für Braun ist. Der Farbmischkreis zeigt das ganze Rad.
Hast du die drei Sekundärfarben, ergibt die Mischung einer Grundfarbe mit der benachbarten Sekundärfarbe die sechs Tertiärfarben, etwa Rotorange oder Blaugrün. Gib zu jeder davon etwas Weiß, um einen helleren Ton zu erhalten, oder ein wenig der Gegenfarbe, um einen weicheren, natürlicheren Farbton zu bekommen.
Sekundärfarben tauchen überall in der Natur auf, was sie für Ausmalbilder praktisch macht:
- Orange: Kürbisse, Tiger, Herbstblätter, Clownfische, Sonnenuntergänge.
- Grün: Gras, Blätter, Frösche, Dinosaurier, Schildkröten.
- Lila: Trauben, Lavendel, Auberginen, Dämmerungshimmel.
Ein paar schnelle Tipps:
- Variiere deine Grüntöne. Echtes Gras und echte Blätter sind nie ein einziges, flaches Grün. Mische ein paar: eins mit mehr Gelb für sonnige Stellen, eins mit mehr Blau für Schatten.
- Orange als Akzent nutzen. Ein wenig Orange neben Blau wirkt lebendig, weil die beiden Gegenfarben sind.
- Lila mit Weiß weicher machen. Lila plus Weiß ergibt Lavendel, gut für Blütenblätter und weiche Hintergründe.
- Mit trockenen Materialien überlagern. Bei Buntstiften und Wachsmalstiften malst du eine Grundfarbe leicht vor und legst die andere darüber. Gelb unter Blau wirkt wie Grün. Siehe Ausmalen mit Buntstiften.
Sobald du ein sauberes Orange, Grün oder Lila mischen kannst, kannst du es verändern:
| Du willst | Gib dazu |
|---|
| Einen helleren Ton (Pfirsich, Minze, Lavendel) | Weiß, Stück für Stück |
| Einen dunkleren Ton | Ein wenig der gegenüberliegenden Grundfarbe oder eine dunklere Farbe aus derselben Familie |
| Eine weichere, natürlichere Farbe | Einen kleinen Hauch der Gegenfarbe aus dem Farbkreis |
| Eine hellere, sauberere Farbe | Nichts weiter. Nur die zwei benötigten Grundfarben mischen |
Orange mit einem winzigen Tropfen Blau wird zum Beispiel braun, was für Kürbisse, Fell und Holz praktisch ist. Grün mit einem Hauch Rot wirkt natürlicher wie echte Blätter und Gras als reines Grün. Lila mit ein wenig Gelb wird staubig, wie eine Pflaume. Das ist derselbe Trick wie in Welche Farben ergeben Braun?: Gegenfarben dämpfen einander ab.
Was „sekundär“ bedeutet, hängt davon ab, mit welchen Grundfarben man startet. Auf dem Bildschirm sind die Grundfarben Rot, Grün und Blau als Licht, und zwei davon gemischt ergeben Gelb, Cyan oder Magenta. Beim Druck sind die Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb als Tinte, und zwei davon gemischt ergeben Rot, Grün oder Blau. Für Farbe, Buntstifte und Wachsmalstifte lautet die klassische Antwort Orange, Grün und Lila. Das ist auch die Antwort, die die meisten Arbeitsblätter in der Schule erwarten.
Hier eine kurze Übung für Kinder oder Anfänger:
- Zeichne drei sich überlappende Kreise oder drucke ein einfaches Mandala aus.
- Färbe die Kreise in den drei Grundfarben: Rot, Gelb und Blau.
- Wo sich zwei Kreise überlappen, male die Überlappung in der Sekundärfarbe, die die beiden Grundfarben ergeben.
- Vergleiche dein Ergebnis mit der Tabelle oben.
Ein Mandala-Ausmalbild eignet sich dafür gut, weil seine sich wiederholenden Abschnitte dir erlauben, dieselbe Mischung mehrmals zu üben. Wenn du ganz von vorn anfängst, ist unser Ratgeber zu den Grundfarben ein guter erster Halt.
Ist Braun eine Sekundärfarbe? Nein. Braun ist eine Neutralfarbe, die entsteht, wenn man alle drei Grundfarben oder zwei Gegenfarben mischt.
Ist Rosa eine Sekundärfarbe? Nein. Rosa ist eine Aufhellung von Rot, entstanden durch Zugabe von Weiß.
Sind die Sekundärfarben im Licht anders? Ja. Auf dem Bildschirm sind die Grundfarben Rot, Grün und Blau als Licht, und die Sekundärfarben sind Cyan, Magenta und Gelb. Für Farbe, Buntstifte und Wachsmalstifte gelten Orange, Grün und Lila.