Ausmaltechniken: 9 Wege, jedes Ausmalbild aufzuwerten

13. Oktober 2026
Neun einfache Ausmaltechniken für Wachsmalstifte, Buntstifte und Filzstifte: Schichten, Verblenden, Schattieren, Schraffieren, Glanzlichter und mehr, mit Tipps.
Ausmaltechniken: 9 Wege, jedes Ausmalbild aufzuwerten
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Innerhalb der Linien ausmalen kann jeder. Ein paar Ausmaltechniken machen aus einem flachen Blatt etwas mit Tiefe, Struktur und einer klaren Lichtquelle. Keine davon verlangt besonderes Talent oder teures Material. Dieser Guide erklärt neun Techniken, zeigt, welche Stifte zu welcher passen, und endet mit einem kurzen Übungsplan, damit die Tipps, die Ausmal-Anfänger im Netz lesen, auch wirklich hängen bleiben.

Bevor du anfängst: die drei Dinge, auf die es am meisten ankommt

Fast jede Technik läuft auf Druck, Richtung und Reihenfolge hinaus. Drück anfangs nur leicht auf, denn Farbe hinzufügen kannst du immer, wegnehmen nur selten. Führ die Hand innerhalb jeder Fläche in eine einheitliche Richtung. Und arbeite von hell nach dunkel, denn eine helle Farbe über einer dunklen sieht man kaum.

1. Schichten

Schichten heißt, eine Farbe aus mehreren leichten Durchgängen aufzubauen statt aus einem kräftigen. Es ist die Grundlage für fast alles andere. Bei Buntstiften und Wachsmalstiften füllt jeder Durchgang etwas mehr von der Papierstruktur, sodass die Farbe satter und gleichmäßiger wird. Bei Filzstiften macht ein zweiter Durchgang den Ton dunkler. Nimm dir lieber drei leichte Schichten vor als eine feste.

2. Verblenden

Verblenden macht die Kante zwischen zwei Farben weicher. Trag die erste Farbe auf und überlappe sie dann dort, wo beide aufeinandertreffen, mit der zweiten, mit leichtem Druck und kleinen Hin-und-her-Strichen. Wachsmalstifte lassen sich gut verblenden, wenn du mit einem weißen oder hellen Wachsmalstift über den Übergang gehst. Buntstifte verblendest du mit einem farblosen Blender oder einem hellen Buntstift. Filzstifte verblenden am besten, solange die Tinte nass ist. Arbeite also immer nur an einem kleinen Abschnitt und zieh die hellere Farbe in die dunklere.

3. Schattieren

Schattieren lässt eine flache Form rund wirken. Leg eine Lichtquelle fest, zum Beispiel oben links, und setz jeden Schatten auf die gegenüberliegende Seite. Füll die Form mit einem mittleren Ton, setz dann einen dunkleren Ton an die Schattenkante und lass ihn zur Mitte hin auslaufen. Ein Ball, ein Apfel und ein Blatt gewinnen alle mit demselben einfachen Handgriff an Volumen.

4. Farbverläufe

Ein Farbverlauf geht fließend von einer Farbe in eine andere über, wie bei einem Abendhimmel. Fang an einem Ende mit dem hellsten Ton an, setz den nächsten Ton überlappend daneben und mach so weiter bis zum letzten. Bei einem Verlauf aus zwei Farben drückst du an den äußeren Enden fester auf und dort am leichtesten, wo die Farben aufeinandertreffen. Mach kurze Striche in dieselbe Richtung, damit der Übergang gleichmäßig aussieht.

5. Schraffur und Kreuzschraffur

Eine Schraffur besteht aus parallelen Linien, eng beieinander für dunkle Flächen und weit auseinander für helle. Bei der Kreuzschraffur kommt eine zweite Lage in einem anderen Winkel dazu. Beide funktionieren gut mit Stiften mit feiner Spitze und gespitzten Buntstiften und ergeben eine gezeichnete Struktur, die eine deckende Farbfläche nicht bietet. Probier eine Schraffur an der dunklen Seite eines Baumstamms oder eines Topfs.

6. Punktieren

Beim Punktieren setzt du Punkte statt Linien. Je mehr Punkte dicht beieinander, desto dunkler die Fläche. Das dauert, eignet sich aber hervorragend für Sand, Stein, Tiernasen und jede raue Oberfläche. Nimm einen Filzstift mit feiner Spitze oder einen gespitzten Buntstift und tupfe, statt zu ziehen.

7. Glanzlichter

Ein Glanzlicht ist die Stelle, auf die das Licht am stärksten trifft, also lass sie weiß oder sehr hell. Spar eine kleine Stelle auf einem Auge, einem Wassertropfen, einer Kirsche oder einem Fenster aus. Hast du es vergessen, holst du die Stelle mit einem weißen Gelstift oder, bei Buntstift, mit einem sauberen Radiergummi zurück. Glanzlichter sind ein kleiner Schritt mit großer Wirkung.

8. Farbwahl

Farben, die im Farbkreis nebeneinanderliegen, wirken zusammen ruhig: Blau mit Grün, Rot mit Orange. Farben, die sich gegenüberliegen, etwa Blau und Orange, bringen sich gegenseitig zum Leuchten. Wähle eine Hauptfarbe, ergänze eine Nachbarfarbe und eine Kontrastfarbe, und schon hast du eine Palette, die funktioniert. Für Schatten probierst du eine dunklere Variante der Objektfarbe oder gibst einen Hauch ihrer Gegenfarbe dazu, statt zu Schwarz zu greifen.

9. Struktur

Struktur kannst du mit Strichen vortäuschen. Kurze, schnelle Striche deuten Fell an. Lange, geschwungene Linien folgen dem Haar. Kleine Kreise erinnern an Wolle, und Punkte ahmen Stein nach. Pass den Strich an die Oberfläche an, und das Blatt scheint sich unter den Fingern anders anzufühlen.

Ausmaltechniken nach Stiftart

  • Wachsmalstifte: am besten zum Schichten, für kräftige Farbe und für Strukturen durch Durchreiben. Halte die Spitzen für große Flächen leicht abgerundet und nimm die Spitze für Kanten.
  • Buntstifte: das vielseitigste Werkzeug. Alle neun Techniken funktionieren, und häufiges Spitzen ist die halbe Miete. Mehr zu diesem Werkzeug liest du in Ausmalen mit Buntstiften.
  • Filzstifte: am besten für schnelle, leuchtende Farbe und für Verläufe, solange die Tinte nass ist. Teste sie zuerst auf einem Schmierblatt, denn Tinte verhält sich auf jedem Papier anders. Schau in den Guide zu den besten Filzstiften zum Ausmalen.

Ein Übungsplan

Druck ein einfaches Ausmalbild mit ein paar großen Formen aus, etwa eine Blume aus den Blumen-Ausmalbildern oder ein Mandala. Mal das erste Blütenblatt nur mit Schichten aus, das zweite mit Schattierung, das dritte mit einem Farbverlauf und so weiter. Heb das Blatt als Referenz auf. Eine Woche mit Zehn-Minuten-Einheiten bringt mehr als ein langer Nachmittag.

Wenn du beim Üben lieber einer Vorgabe folgst, probier ein Bild mit Zahlen. Bei einem Ausmalbild nach Zahlen gibt die Legende die Farben vor, sodass deine Aufmerksamkeit für Druck und Verblenden frei bleibt.

Häufige Fragen

Mit welcher Ausmaltechnik fängt man am leichtesten an?

Mit dem Schichten. Drück leicht auf, leg einen zweiten Durchgang in dieselbe Richtung darüber und sieh zu, wie die Farbe an Tiefe gewinnt. Du brauchst keine zusätzlichen Hilfsmittel, und alles andere wird dadurch besser.

Wie vermeide ich Streifen beim Ausmalen?

Mit gleichmäßigen Strichen in eine Richtung, leichtem Druck und mehreren Schichten. Bei Filzstiften arbeitest du zügig, solange die Tinte nass ist, und gehst nicht noch einmal über trockene Stellen.

Kann ich Wachsmalstifte ohne spezielle Hilfsmittel verblenden?

Ja. Überlappe zwei Farben an der Stelle, wo sie aufeinandertreffen, und geh dann mit einem weißen oder hellen Wachsmalstift über den Übergang. Leichter Druck und kleine Kreise helfen.

Wie lange dauert es, bis ich besser ausmale?

Einen Unterschied siehst du schon nach wenigen Sitzungen. Eine Technik nach der anderen auf einem einfachen Blatt zu üben, bringt dich schneller voran, als alles auf einmal zu probieren.